Samstag

# 117.

wir sitzen alle auf dem sofa. wir könnte eine familie sein. der unterschied zu einer familie ist nur,dass meine schwester meine mama und ihr mann freund dicht beieinander sitzen,ich sitze weit von ihnen weg.
die drei gucken einen film,ich höre musik.
meine kleine schwester fragt nach Mäusespeck. meine mama sagt sie hätten doch grade erst gegessen,sie dürfte sich aber trotzdem 2 kleine stückchen holen.
meine schwester knabbert an ihren stückchen,während mama mann freund daneben sitzt,die tüte auf dem schoß,er isst soviel er will.
er ist in UNSERE Wohnung gekommen,er sitzt auf UNSEREM sofa,auf dem ich noch zwischen meinen eltern saß und er isst aus UNSEREM amerikanischen kühlschrank auf den meine eltern solange gespaart haben.
und obwohl alles UNS gehört,gelten seine regeln. WIR haben nichts mehr zu sagen.
ich gucke meine schwester an,gehe in die Küche hole zwei Schokoriegel,von denen ich weis,dass es ihre Lieblingssorte ist,und lege sie unter ihr Kopfkissen,so dass sie sie später findet.
sie mag mich,aufgrund der erzählungen meiner mutter verabscheuen und abwerten,aber ich werde nie aufhören sie zu lieben und zu beschützen. sie ist meine schwester. ich brauche sie.
sie war die einzige die da war,als ich letzten sommer vor meinem ersten klinikaufendhalt den bezug zu jedem menschen verloren habe. die klinik hat unser verhältnis kaputt gemacht,das vertrauen was sie zu mir und in mich hatte,und genau deswegen kann ich nicht hier weg.
niemand wird auf sie aufpassen wenn ich weg bin,niemand wird für sie da sein.
wir werden uns weiter entfremden,bis wir uns nicht mehr wieder erkennnen.
ich will das nicht. ich halte das nicht aus.

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